Mit attraktiven Gehaltsbestandteilen Lohnsteuern und Sozialabgaben optimieren


Inhaltsverzeichnis der Sonderausgabe Juni 2012:



  1. Grundsätzliches zu Sachbezügen

  2. Arbeitgeberdarlehen

  3. Aufmerksamkeiten

  4. Betriebsveranstaltungen

  5. Computer, Smartphones & Co.

  6. Fahrtkostenzuschüsse

  7. Firmenwagen

  8. Gesundheitsförderung

  9. Gutscheine

  10. Job-Tickets

  11. Kindergartenzuschüsse

  12. Mahlzeiten

  13. Nacht- und Feiertagszuschläge

  14. Reisekostenersatz

  15. Resümee


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Mit attraktiven Gehaltsbestandteilen Lohnsteuern und Sozialabgaben optimieren



Steuerfreie Gehaltskomponenten sind wegen des höheren
Nettoeffekts besonders attraktiv. Der Staat bietet ein breites Angebot
an steuerfreien, steuerbegünstigten und pauschal zu versteuernden
Leistungen, aus denen Arbeitgeber einzelne Komponenten bedarfsgerecht
aussuchen können. Interessante Vergütungsbestandteile werden nach
einigen grundsätzlichen Vorbemerkungen in alphabetischer Reihenfolge
vorgestellt.




1. Grundsätzliches zu Sachbezügen


Einnahmen, die nicht in Geld bestehen (Wohnung, Kost,
Waren, Dienstleistungen und sonstige Sachbezüge), sind mit den um
übliche Preisnachlässe geminderten üblichen Endpreisen am Abgabeort
anzusetzen. Durch diese Vorschrift wird klargestellt, dass Sachbezüge,
soweit sie nicht ausdrücklich steuerfrei gestellt sind, zum
steuerpflichtigen Arbeitslohn gehören.


Für Sachzuwendungen können aber insbesondere folgende Vergünstigungen beansprucht werden:



  • Kostenlose oder verbilligte Sachbezüge können bis zu
    einer Monatsgrenze von 44 EUR (brutto) - insgesamt für alle Vorteile -
    steuerfrei erbracht werden.


    Beachte: Die Freigrenze gilt nicht für
    Sachbezüge, die mit dem Sachbezugswert zu bewerten sind. Hierunter
    fallen vor allem kostenlose Verpflegung und Unterkunft.


  • Vom Betrieb überwiegend an fremde Dritte angebotene
    Waren oder Dienstleistungen können Arbeitnehmer mit einem Kostenvorteil
    bis zu 1.080 EUR (brutto) pro Jahr steuerfrei beziehen.



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2. Arbeitgeberdarlehen


Zur Mitarbeiterbindung sind zinsgünstige
Arbeitgeberdarlehen, z.B. für den Bau oder Erwerb eines Eigenheims,
besonders geeignet.


Selbst bei völliger Unverzinslichkeit lösen
Arbeitgeberdarlehen grundsätzlich keinen geldwerten Vorteil aus, wenn
die Summe der noch nicht getilgten Darlehen am Ende des
Lohnzahlungszeitraums die Freigrenze von 2.600 EUR nicht übersteigt.
Übersteigt das Kreditvolumen am Ende des Lohnzahlungszeitraums diesen
Wert, ist der vereinbarte Zins mit dem marktüblichen Zinssatz zu
vergleichen.


Bei dem Vergleich dürfen die günstigsten Konditionen
vergleichbarer Kredite - sogar von Direktbanken im Internet -
herangezogen werden. Aus Vereinfachungsgründen kann auch der bei
Vertragsabschluss von der Deutschen Bundesbank veröffentlichte
Effektivzinssatz herangezogen werden, wobei ein Abschlag von 4 %
zulässig ist.


Liegt der Zinssatz unter dem Vergleichswert, handelt es
sich um einen geldwerten Vorteil. Die monatliche Sachbezugsfreigrenze
von 44 EUR ist anwendbar.


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3. Aufmerksamkeiten


Sachzuwendungen sind bei besonderen Anlässen (z.B. Geburtstag) bis zu 40 EUR (brutto) pro Geschenk steuer- und beitragsfrei.


Die 40-EUR-Grenze gilt auch für die Ausgabe von
Sachgeschenken an Angehörige des Arbeitnehmers. Damit kommt die
Aufmerksamkeitsgrenze z.B. auch für die Geschenke aus besonderem Anlass
an den Ehepartner und/oder an die Kinder des Mitarbeiters zur Anwendung.


Beispiel: Arbeitnehmer A feiert am 3.10.2011
seinen 42. Geburtstag. Zudem vollendet die Ehefrau des Mitarbeiters am
30.10.2011 das 39. Lebensjahr. Der Arbeitgeber hat die Möglichkeit, je
Geburtstag jeweils ein Geschenk im Wert von maximal 40 EUR brutto
auszugeben. Da das jeweilige Geschenk eine nicht lohnsteuerbare
Aufmerksamkeit darstellt, verbrauchen die Geschenke die
44-EUR-Freigrenze nicht!


Zu den steuer- und beitragsfreien Aufmerksamkeiten
gehören auch kostenlose bzw. verbilligte Getränke zum Verzehr im
Betrieb. Dasselbe gilt für Speisen im Rahmen eines außergewöhnlichen
Arbeitseinsatzes, beispielsweise während einer außergewöhnlichen
Besprechung im ganz überwiegenden betrieblichen Interesse, wenn deren
Wert 40 EUR nicht überschreitet.


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4. Betriebsveranstaltungen


Zuwendungen des Arbeitgebers an die Arbeitnehmer bei
Betriebsveranstaltungen (beispielsweise Betriebsausflug oder
Weihnachtsfeier) gehören als Leistungen im ganz überwiegenden
betrieblichen Interesse des Arbeitgebers nicht zum Arbeitslohn, sofern
es sich um eine herkömmliche (übliche) Betriebsveranstaltung und um bei
diesen Veranstaltungen übliche Zuwendungen handelt.


Hinweis: Betriebsveranstaltungen werden als
üblich angesehen, wenn nicht mehr als zwei Veranstaltungen jährlich
durchgeführt werden. Von üblichen Zuwendungen geht die Finanzverwaltung
aus, wenn die Zuwendungen an den einzelnen Arbeitnehmer während der
Betriebsveranstaltung 110 EUR (brutto) nicht übersteigen.


Folgende Spielregeln sollten eingehalten werden:



  • Die Betriebsveranstaltung muss allen
    Betriebsangehörigen offenstehen. Handelt es sich um eine Veranstaltung
    einer Organisationseinheit des Betriebs (z.B. eine Abteilung), müssen
    alle Arbeitnehmer dieser Einheit teilnehmen dürfen.


    Hinweis: Eine lediglich Führungskräften vorbehaltene Veranstaltung stellt keine Betriebsveranstaltung dar.


  • Die auf Ehegatten oder Angehörige entfallenden
    Aufwendungen werden den jeweiligen Arbeitnehmern selbst als Vorteil
    zugerechnet.


  • In die Überprüfung der 110-EUR-Freigrenze sind
    insbesondere Speisen und Getränke, Fahrt- und Übernachtungskosten sowie
    Eintrittskarten und Geschenke einzubeziehen. Damit ein Geschenk in die
    110-EUR-Grenze einzubeziehen ist, darf es nicht mehr als 40 EUR (brutto)
    kosten. Ist es teurer, kann es mit 25 % pauschal versteuert werden.



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5. Computer, Smartphones & Co.


Zur privaten Nutzung überlassene Systemprogramme
(beispielsweise Betriebssystem, Virenscanner, Browser) sind ebenso wie
Anwendungsprogramme steuer- und beitragsfrei, sofern sie der Arbeitgeber
auch in seinem Betrieb einsetzt.


Für die Steuerfreiheit kommt es nicht darauf an, ob der
Arbeitnehmer die Software auf einem betrieblichen oder einem privaten PC
einsetzt.


Ebenfalls steuer- und beitragsfrei ist die Privatnutzung
betrieblicher Datenverarbeitungsgeräte (z.B. Computer, Tablets) und
Telekommunikationsgeräte nebst Zubehör.


Hinweis 1: Liegt eine Überlassung durch den
Arbeitgeber vor, sind auch die vom Arbeitgeber getragenen laufenden
Aufwendungen steuerfrei. Auf das Verhältnis der beruflichen zur privaten
Nutzung kommt es nicht an.


Hinweis 2: Sofern der Arbeitgeber einen PC
unentgeltlich oder verbilligt übereignet, kann dieser geldwerte Vorteil
pauschal mit 25 % versteuert werden.


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6. Fahrtkostenzuschüsse


Für die Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte kann
der Arbeitgeber seinem Arbeitnehmer einen Zuschuss zahlen, wenn er die
Zahlungen pauschal mit 15 % versteuert. Dabei darf der Arbeitgeber
maximal den Betrag zahlen, den der Arbeitnehmer nach der
Entfernungspauschale geltend machen könnte.


Beispiel: A fährt an fünf Tagen in der Woche mit
seinem Pkw von seiner Wohnung zur 15 km entfernten Arbeitsstätte in
Kassel. Der Arbeitgeber kann A die Fahrtkosten mit maximal 4,50 EUR (15
km x 0,30 EUR) pro Fahrt ersetzen. Bei 20 Fahrten im Monat ergibt sich
für den Arbeitgeber eine Gesamtbelastung von 105,19 EUR, die sich wie
folgt zusammensetzt:



  • Zuschuss an Arbeitnehmer: 20 x 4,50 EUR = 90,00 EUR

  • Pauschale Lohnsteuer: 15 % von 90,00 EUR = 13,50 EUR

  • Solidaritätszuschlag: 5,5 % von 13,50 EUR = 0,74 EUR

  • Pauschale Kirchensteuer: 7 % (Hessen) von 13,50 EUR = 0,95 EUR

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7. Firmenwagen


Stellt die Firma einen Firmenwagen zur Verfügung und
übernimmt sie auch die Kosten für die Privatfahrten, fallen Lohnsteuer
und Sozialabgaben an.


Die Lohnsteuer für die Privatnutzung bemisst sich
grundsätzlich aus 1 % des Bruttolistenpreises. Für Fahrten zwischen
Wohnung und Arbeitsstätte erhöht sich der geldwerte Vorteil um 0,03 %
pro Entfernungskilometer und Monat, für Fahrten im Rahmen einer
doppelten Haushaltsführung um weitere 0,002 % pro Entfernungskilometer
und Fahrt.


Letzteres gilt jedoch nur, wenn mehr als eine wöchentliche Familienheimfahrt durchgeführt wird.


Hinweis: Ob ein Firmenwagen wirklich vorteilhaft
ist, sollte der Arbeitnehmer durch eine Vorteilsberechnung
(Aufwandsersparnis versus Steuerbelastung) ermitteln. In dieser
Berechnung kann gegebenenfalls auch eine Kostenbeteiligung zu den
laufenden Kosten oder ein Zuschuss zu den Anschaffungskosten des
Firmenwagens berücksichtigt werden.


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8. Gesundheitsförderung


Arbeitgeber können bis zu 500 EUR im Jahr steuer- und
abgabenfrei für innerbetriebliche oder externe Aktionen zur
Gesundheitsförderung ausgeben oder dem Arbeitnehmer - zusätzlich zum
regulären Arbeitslohn - Barzuschüsse zu eigenen Aktivitäten zahlen. Die
Maßnahmen müssen hinsichtlich der Qualität, Zweckbindung und
Zielgerichtetheit den Anforderungen der §§ 20 und 20a SGB V genügen.


Beachte: Die Übernahme bzw. Bezuschussung von
Mitgliedsbeiträgen an Sportvereine und Fitnessstudios ist nur in
Ausnahmefällen begünstigt.


Wendet der Arbeitgeber mehr als 500 EUR im Jahr auf,
unterliegt nur der übersteigende Betrag der Lohnsteuer und den
Sozialabgaben.


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9. Gutscheine


Gerade bei Tankkarten, Benzin- und Geschenkgutscheinen
des Arbeitgebers legte die Verwaltung den Begriff Sachzuwendung bislang
äußerst restriktiv aus. Die Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs aus dem
Jahr 2010 schafft hier jedoch praktikablere Lösungen. Folgende
Entscheidungskriterien sind maßgebend:



  • Ob Sachlohn vorliegt, entscheidet sich nach dem
    Rechtsgrund des Zuflusses. Demzufolge ist maßgeblich, welche Leistung
    der Arbeitnehmer vom Arbeitgeber auf Grundlage der arbeitsvertraglichen
    Vereinbarungen beanspruchen kann.


  • Kann der Arbeitnehmer nur die Sache selbst
    beanspruchen, liegen Sachbezüge vor. Es kommt somit nicht darauf an, ob
    der Arbeitnehmer die Sache unmittelbar vom Arbeitgeber oder von einem
    Dritten auf Kosten des Arbeitgebers bezieht.


    Beachte: Hat der Arbeitnehmer hingegen auch einen
    Anspruch darauf, dass ihm sein Arbeitgeber anstelle der Sache den
    Barlohn in Höhe des Werts der Sachbezüge ausbezahlt, liegen selbst dann
    keine Sachbezüge vor, wenn der Arbeitgeber schlussendlich die Sache
    zuwendet.


  • Ob der bei einem Dritten einzulösende Gutschein auch
    einen anzurechnenden Betrag oder einen Höchstbetrag enthält, ist nach
    der neuen Rechtsprechung, die die Finanzverwaltung anwendet, irrelevant.



Beispiel: Arbeitgeber A gewährt seinem
Angestellten B einen Gutschein über "30 Liter Diesel im Wert von
höchstens 44 EUR", der bei einer bestimmten Tankstelle einzulösen ist. A
hat ermittelt, dass bei Hingabe des Gutscheins der Liter Diesel 1,45
EUR kostet.


Trotz Vermerk eines Höchstbetrags auf dem Gutschein liegt eine Sachzuwendung vor, sodass die 44-EUR-Freigrenze anwendbar ist.


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10. Job-Tickets


Beim Job-Ticket kauft der Arbeitgeber die Monats- oder
Jahreskarten bei den Verkehrsunternehmen und gibt sie seinen
Mitarbeitern weiter. Erwirbt der Arbeitgeber die Karten zu einem
Sondertarif und müssen die Arbeitnehmer lediglich den Kaufpreis
bezahlen, stellt dies keinen geldwerten Vorteil dar.


Die unentgeltliche oder verbilligte Überlassung des
Job-Tickets selbst stellt hingegen Arbeitslohn dar, der mit 15 %
pauschal versteuert werden kann.


Hinweis: Da es sich um einen Sachbezug handelt,
ist eine Pauschalversteuerung aber erst dann notwendig, wenn der Vorteil
die Freigrenze von 44 EUR übersteigt.


Gibt der Verkehrsbetrieb aufgrund einer Vereinbarung mit
dem Arbeitgeber das vom Arbeitgeber bezuschusste Job-Ticket als
Jahreskarte aus, fließt der geldwerte Vorteil den Arbeitnehmern nach
Auffassung der Verwaltung bereits mit Ausgabe der Fahrkarte insgesamt
zu. Da keine Umlage auf die einzelnen Monate erfolgt, kommt die
monatliche Sachbezugsfreigrenze von 44 EUR regelmäßig nicht zum Zuge.


Beispiel: A erhält im Januar 2012 für das ganze
Jahr 2012 ein Job-Ticket in Form eines Bogens mit zwölf Monatsmarken.
Der geldwerte Vorteil soll 300 EUR (= monatlich 25 EUR) betragen.


Auch wenn der Arbeitnehmer das Job-Ticket tatsächlich
nur monatlich mit der jeweils gültigen Monatsmarke nutzen kann, ist dem
Arbeitnehmer der geldwerte Vorteil in voller Höhe im Zeitpunkt der
Aushändigung des Monatskarten-Bogens zugeflossen. Da in diesem Monat die
44-EUR-Freigrenze überschritten ist, ist der geldwerte Vorteil zu
versteuern.


Um die 44-EUR-Freigrenze nutzen zu können, müsste der
Arbeitgeber die Monatsmarken monatlich aushändigen. Da der geldwerte
Vorteil von 25 EUR in diesem Fall nicht die 44-EUR-Freigrenze
überschreiten würde, fiele keine Lohnsteuer an.


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11. Kindergartenzuschüsse


Steuer- und sozialabgabenfrei sind zusätzliche
Arbeitgeberleistungen zur Unterbringung (einschl. Unterkunft und
Verpflegung) und Betreuung von nicht schulpflichtigen Kindern des
Arbeitnehmers in Kindergärten oder vergleichbaren Einrichtungen.


Hinweis: Bei Barzuschüssen ist Voraussetzung,
dass der Arbeitnehmer dem Arbeitgeber die entsprechende Verwendung
nachweist. Der Arbeitgeber hat die Nachweise im Original als Belege zum
Lohnkonto aufzubewahren.


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12. Mahlzeiten


12.1 Kantinenessen


Die unentgeltliche oder verbilligte Abgabe des
klassischen Kantinenessens stellt grundsätzlich einen geldwerten Vorteil
dar, der steuer- und beitragspflichtig ist.


Die Bewertung richtet sich nach dem amtlichen Sachbezugswert, vermindert um Zuzahlungen des Arbeitnehmers.


Die Sachbezugswerte für Frühstück, Mittag- und Abendessen für das Jahr 2012 lauten:



  • Frühstück: 47 EUR monatlich; 1,57 EUR je Mahlzeit,

  • Mittag-/Abendessen: jeweils 86 EUR monatlich; jeweils 2,87 EUR je Mahlzeit.


Werden vom Arbeitgeber pro Mittagessen also mindestens 2,87 EUR einbehalten, entsteht kein geldwerter Vorteil.


12.2 Essensmarken/Restaurantschecks


Vorteile aus Essensgutscheinen, die beispielsweise in
einem Lokal eingelöst werden können, sind statt mit ihrem
Verrechnungswert mit dem Sachbezugswert zu bewerten, wenn



  • tatsächlich eine Mahlzeit abgegeben wird,

  • täglich nur eine Essensmarke eingelöst wird,

  • Marken nur für tatsächliche Arbeitstage im Betrieb ausgegeben werden und

  • der Wert der Essensmarke den Sachbezugswert um maximal 3,10 EUR übersteigt (für 2012 also höchstens 5,97 EUR beträgt).


Hinweis: Der Arbeitgeber muss die Einhaltung der Voraussetzungen kontrollieren und erforderliche Aufzeichnungen führen.


12.3 Mahlzeiten aus besonderem Anlass


Neben der Gewährung von arbeitstäglichen Mahlzeiten kann
sich der Arbeitgeber auch an den Verpflegungskosten bei besonderen
Anlässen beteiligen. Hier ist wie folgt zu unterscheiden:


Kein steuerpflichtiger Arbeitslohn liegt vor, wenn die
Verpflegung im überwiegenden Arbeitgeberinteresse gestellt wird, z.B.
bei üblichen Betriebsveranstaltungen (bis 110 EUR), bestimmten
Arbeitsessen (bis 40 EUR) oder der Teilnahme an der Bewirtung von
Geschäftsfreunden.


Hinweis: Darüber hinaus sind die unter dem Punkt "Aufmerksamkeiten" gemachten Ausführungen zu beachten.


Teil- bzw. unentgeltliche Mahlzeiten anlässlich einer
Auswärtstätigkeit, z.B. einer Dienstreise, gehören als Sachbezug zum
Arbeitslohn. Bei deren Bewertung haben Arbeitgeber die Wahl zwischen
zwei Alternativen:


12.3.1 Bewertung mit dem tatsächlichen Wert


Die Mahlzeiten können mit dem Marktpreis unter
Berücksichtigung der steuerfreien Verpflegungspauschale und unter
Berücksichtigung der Freigrenze von 44 EUR in Ansatz gebracht werden.


Beispiel: Arbeitnehmer A beginnt am 20.3.2012 um
13 Uhr eine Auswärtstätigkeit. Diese endet am 21.3.2012 um 15 Uhr. Er
übernachtet in einem Hotel und legt folgende Hotelrechnung vor:



  • Übernachtung: 150,00 EUR

  • Frühstück: 15,00 EUR

  • Summe: 165,00 EUR


Nach der betrieblichen Vereinbarung wird die gesamte
Hotelkostenrechnung inklusive Frühstück vom Arbeitgeber übernommen.
Darüber hinaus hat der Arbeitnehmer keinen Anspruch auf Auszahlung einer
Tagegeldpauschale.


Das Frühstück in Höhe von 15 EUR bleibt steuerfrei, weil
die Verpflegungspauschale gegengerechnet werden kann (20.3.2012: 6 EUR;
21.3.2012: 12 EUR).


12.3.2 Bewertung mit dem Sachbezugswert


Statt der Einzelbewertungsmethode können durch den
Arbeitgeber veranlasste übliche Beköstigungen auch mit dem amtlichen
Sachbezugswert angesetzt werden.


Als "übliche Beköstigungen" gelten Mahlzeiten bis zu
einem Bruttowert von 40 EUR. Werden an einem Auswärtstätigkeitstag
mehrere Mahlzeiten an den Arbeitnehmer abgegeben, gilt die Wertgrenze
von 40 EUR je Mahlzeit.


Von einer Arbeitgeberveranlassung wird ausgegangen, wenn
die Aufwendungen vom Arbeitgeber dienst- oder arbeitsrechtlich ersetzt
werden und die Rechnung auf den Arbeitgeber ausgestellt ist.


Hinweis: Die Versteuerung der Sachbezugswerte
vereinfacht die Reisekostenabrechnungen. Hingegen lohnt der höhere
Abrechnungsaufwand der tatsächlichen Kosten insbesondere für
Mitarbeiter, deren monatliche Sachbezüge unter der Freigrenze von 44 EUR
liegen oder die relativ selten unterwegs sind.


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13. Nacht- und Feiertagszuschläge


Die steuer- und beitragsfreie Gewährung von Sonntags-, Feiertags- und Nachtzuschlägen setzt u.a. voraus, dass die Zuschläge



  • für Arbeit in den gesetzlich festgelegten begünstigten Zeiten,

  • für tatsächlich geleistete Arbeit und

  • neben dem Grundlohn gezahlt werden.


Der Bundesfinanzhof hat erst kürzlich klargestellt, dass
der Anwendungsbereich der Vorschrift über den Wortlaut hinaus nicht auf
überwiegend pauschale Zuschläge für andere Tätigkeiten, wie z.B.
Gefahrenzuschläge, ausgedehnt werden kann.


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14. Reisekostenersatz


Vom Arbeitgeber erstattete Reisekosten sind steuer- und
beitragsfrei, solange sie die als Werbungskosten abziehbaren Beträge
nicht übersteigen.


Beispiel: A ist angestellter
Versicherungsvertreter und nutzt seinen eigenen Pkw für Kundenbesuche.
Der Arbeitgeber kann ihm die Fahrtkosten mit 0,30 EUR je gefahrenen
Kilometer steuer- und sozialabgabenfrei ersetzen.


Demgegenüber können Beschäftigte im öffentlichen Dienst
bis zu 0,35 EUR je Fahrtkilometer steuerfrei erstattet bekommen, wenn
sie mit ihrem privaten Pkw im Auftrag ihres Arbeitgebers unterwegs sind.


Zu den unterschiedlichen Pauschalierungsregelungen ist
eine Verfassungsbeschwerde beim Bundesverfassungsgericht anhängig (Az. 2
BvR 1008/11).


Hinweis: Arbeitgeber sind bei der steuerfreien
Erstattung von pauschalen Kilometergeldern aus Haftungsgründen gut
beraten, sich weiterhin an dem pauschalen Satz von 0,30 EUR zu
orientieren. In der Arbeitnehmerveranlagung sollten vergleichbare
Sachverhalte indes offengehalten werden.


Beim Verpflegungsmehraufwand kann der Arbeitgeber bis zu
doppelt so hohe Pauschalen gewähren, wenn er die über die normalen
Pauschalen hinausgehenden Beträge mit 25 % pauschal versteuert.


Daraus ergeben sich folgende Pauschbeträge für Verpflegungsmehraufwendungen bei Inlandsreisen:



  • Mindestens 8, aber weniger als 14 Stunden abwesend:
    Steuerfrei ersetzbar 6 EUR; zusätzlich 6 EUR, wenn der Arbeitgeber mit
    25 % pauschal versteuert.


  • Mindestens 14, aber weniger als 24 Stunden abwesend:
    Steuerfrei ersetzbar 12 EUR; zusätzlich 12 EUR, wenn der Arbeitgeber
    mit 25 % pauschal versteuert.


  • 24 Stunden abwesend: Steuerfrei ersetzbar 24 EUR; zusätzlich 24 EUR, wenn der Arbeitgeber mit 25 % pauschal versteuert.



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15. Resümee


Die beispielhaft aufgeführten Arbeitgeberleistungen
zeigen, dass es viele Möglichkeiten zur Optimierung von Lohnsteuer und
Sozialabgaben gibt.


Dabei sollten die Leistungen grundsätzlich zusätzlich
zum vereinbarten Lohn gezahlt werden. Die Umwandlung von
arbeitsrechtlich geschuldetem Arbeitslohn führt nämlich in vielen
Fällen, wie beispielsweise bei den Kindergartenzuschüssen, nicht zur
Steuer- und Beitragsfreiheit.


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